Afrika in Rohrdorf

Wie vor 2 Jahren besuchte uns im Juni wieder "unsere Siphiwe" und brachte unseren Kindern die Afrikanische Kultur näher.

Am Abschlußtag veranstaltete sie zusammen mit Frau Wolf und Frau Stengele einen "Afrikatag". Mit ihren Trommeln, Liedern und Tänzen verwandelten unsere Kinder die Eingangshalle der Schule in ein afrikanisches Eingeborenendorf.

(Sh. Bilder unten)

Kinder feierten wie in Afrika

Siphiwe Nyoni brachte an der Rohrdorfer Schule die Kultur ihres Landes näher

VON SÜDKURIER-MITARBEITERIN
ELLEN BAIER

Rohrdorf - Mit Begeisterung feierten die Kinder der Grundschule Rohrdorf am Donnerstag ihren Afrikatag. Zu Gast war Siphiwe Nyoni aus Simbabwe die mit den Schülern afrikanische Lieder und Tänze aufführte.

Der spontan von Rektor Norbert Vogler ins Leben gerufene Afrikatag fand bei den Schülern und Eltern großen Anklang. Mit Bongos und Djembe, Rasseln und Klanghölzern, Klatschen und Stampfen verwandelten die kleinen Künstler die Eingangshalle der Schule zum belebtem Festplatz eines afrikanischen Dorfs.

In ihren Gesängen huldigten sie den guten Himmelmächten, tanzend ließen sie Steine kreisen. Die Aufforderung an die Eltern, bei den Tänzen und Liedern mitzumachen, erübrigte sich, denn dem Rhythmus der Musik konnte sich das Publikum nicht entziehen.

Zwei Tage lang übten Annemarie Wolf und Inge Stengele mit den Kindern der dritten und vierten Klasse und schafften es, Afrika über die Augen und Ohren spürbar werden zu lassen. Sie sangen und sorgten an ihren Instrumenten, die die Schule eigens für diesen Anlass gekauft hatte, für den richtigen Rhythmus. Die Schüler aus der ersten und zweiten Klasse erfüllten den Gesang in einigen Stücken durch ihren Tanz mit noch mehr Leben. Am Schluss jeden Stückes stieß Siphiwe einen lauten Triller aus, der die afrikanische Stimmung perfekt machte.

Als Einstimmung sahen die Kinder vor der Aufführung Dias aus Simbabwe, die ihnen die fremde Kultur vorstellten. Für sie sei "Afrika nun nicht mehr nur Löwe und Giraffe, sondern auch ein bisschen Siphiwe" erklärte Schulleiter Vogler zum Abschluss der Veranstaltung.

Siphiwe Nyoni stammt aus Bulawayo, der zweitgrößten Stadt Simbabwes. Dort arbeitet sie als Familienmutter in einem SOS-Kinderdorf. Sie betreut elf Kinder vom Säuglingsalter bis zum 19. Lebensjahr. Die Kinder stammen aus armen Verhältnissen und haben keine Eltern, zum Teil werden sie vom Krankenhaus ins Kinderdorf vermittelt.

Dort ist für viele die medizinische Versorgung und die Schulausbildung besser als in ihren Herkunftsfamilien.

Zuvor war Siphiwe Nyoni während sieben Jahren im Haushalt einer Lehrerfamilie aus Sigmaringen beschäftigt, die während ihres Auslanddienstes in Simbabwe unterrichtete. Diese Familie besucht sie nun jedes Jahr während drei Monaten. In dieser Zeit nimmt sie Teil am Leben in Sigmaringen und engagiert sich im ‚Gospelchor "Promised Land."

Afrikanische Lebensfreude brachte Siphiwe Nyoni aus Simbabwe an die Grundschule nach Rohrdorf. Beim Afrikatag lernten die Kinder vieles über die Kultur des europäischen Nachbarkontinents

von/Bild: Baier

Trommler
 
 

 


SOS Kinderdörfer

SOS-Kinderdörfer, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, in denen versucht wird, entwurzelten oder verlassenen Kindern in kleinen und familienähnlichen Gruppen ein Zuhause zu geben. Das erste Kinderdorf wurde 1949 von dem österreichischen Pädagogen Hermann Gmeiner gegründet.

Kinderdorffamilien bestehen aus fünf bis sechs Kindern unterschiedlichen Alters und einer„Kinderdorfmutter". Jede Kinderdorffamilie bewohnt ein eigenes Haus und versorgt sich unabhängig von den anderen Familien des Dorfes. Das typische Kinderdorf besteht aus einem Verband von etwa zehn bis zwölf Häusern und wird von einem Dorfleiter geführt. Die in einer zweijährigen Schulung zur „staatlich anerkannten Fachkraft in der Heimerziehung" ausgebildeten Kinderdorfmütter werden von weiteren pädagogischen Fachkräften unterstützt.

Kinderdorfhäuser nehmen Kinder vom Säuglingsalter bis zu etwa zehn Jahren auf. Ältere Kinder können aufgenommen werden, wenn sie ein jüngeres Geschwister in der Kinderdorffamilie haben. Geschwister wachsen grundsätzlich in derselben Familie auf.

Der deutsche SOS-Kinderdorf-Verein unterhält derzeit 14Kinderdörfer mit insgesamt etwa 1.000 Kindern sowie zahlreiche weitere Kinderhilfeprojekte. Außerdem werden von dem Verein mehr als 70 Projekte (Kinderdörfer, Schulen und Jugendhäuser sowie Ausbildungsstätten) in Lateinamerika, Afrika und Asien unterstützt.

In 125 Ländern gibt es insgesamt über 300 SOS-Kinderdörfer und mehr als 400 andere Jugendeinrichtungen sowie knapp 600 Schulen, Kindergärten und Ausbildungszentren, die von einem der nationalen Vereine unterhalten werden.

Quelle: Encarta Enzyklopädie

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