Auftritt der Musik-AG
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SÜDKURIER - Pressebericht
23.07.2003 05:36
"Der loht it raus!"
Theateraufführung beim Kindertag am Heudorfer Talbach
Messkirch

Von der Freude hören wir wenig in der Geschichte von Heudorf. Aber in all den tausend Jahren", schreibt Dr. Werner Fischer in der Chronik 750 Jahre Heudorf, "wurde geliebt und geheiratet, wurden Kinder geboren und Feste gefeiert." Das Letztere geschah auch über das vergangene Wochenende. Zwei Tage hatten die Großen beim Jubiläum das Sagen, am Montag waren die Kleinen dran.

Die Grundschule Rohrdorf, in der auch die Kinder von Langenhart und Heudorf das kleine Einmaleins und manches andere fürs Leben Nützliche lernen, hatte zum Kindernachmittag eingeladen. Und der war, wie sich - trotz aufgestellter Theaterkulissen -- herausstellen sollte, nicht von Pappe. Die 50 Kinder zählende Musik AG unter Leitung von Inge Stengele hatte zwei recht umfangreiche Theaterstücke aus dem unerschöpflichen Reich von Bechsteins Märchen der Gebrüder Grimm eingeübt.

Vor voll besetztem Haus, das in diesem Fall ein dem festen Gemeindesaal vorgelagertes Festzelt war, saßen wohl 200 Mütter, auch Väter mit ihren Kindern an Biertischen und verfolgten die doppelte Märchenstunde bis zum unweigerlichen vom Beifall umrauschten "und wenn sie nicht gestorben sind..." Dornröschen und der ganze sie umgebende Hofstaat - selbst die Fliegen an der Wand - durften auf der Heudorfer Theaterbühne 100 Jahre schlafen, bis sie durch den Kuss eines mutigen Königssohns wieder geweckt wurden. Ein weiteres Märchenspiel "Die goldene Gans", ein von Eva Maria Schalk in schwäbischer Mundart nach dem Original "Schwan, kleb an" geschriebenes Theaterstück für das Volk, hatte wegen seiner kraftvollen Ausdrücke einen durchschlagenden Erfolg bei den Besuchern. Dies auch, weil in beiden Rollenspielen die kleinen Künstler durch ihre perfekt beherrschten Rollen bestachen. Dazu gehörte der Ausspruch "Der loht it raus", so lautete ein immer wiederkehrendes Wort.

Das vorgegebene Stück war den Kindern offensichtlich zu kurz. Auf jeden Fall gaben sie dem Märchen durch eine von ihnen selbst geschriebene Erweiterung eine abgeschlossene Rahmenhandlung. Um die Zeit für das Schreiben und das Proben zu haben, wurden die Eltern als Näherinnen und als Fahrer der Theaterbusse engagiert. Der Lohn der Schauspieler waren süße Getränke, an diesem heißen Tag sowieso heiß begehrt. Falko Hahn