MESSKIRCH
Drittklässler testen ihr Waldwissen

03.07.2012 Von ISABELL MICHELBERGER

Lorenz Maichle, Förster von Sigmaringendorf/Scheer, zeigt an der Memory-Station der Waldolympiade auf das weiße Laken, unter dem er neun Pflanzen verborgen hatte. Eine Minute lang hebt er das Tuch an, damit sich die Drittklässler alle Pflanzen einprägen und das entsprechende Gegenstück im Wald suchen können. Bild: Michelberger

Waldolympiade der Abteilung Forst des Landkreises
Einen aufregenden und lehrreichen Tag im Wald haben 314 Drittklässler aus zehn Grundschulen des Landkreis Sigmaringen bei der Burg Wildenstein verbracht. Der Fachbereich Forst des Landratsamtes hatte zur Waldolympiade eingeladen, bei der die Eichhörnchen-Gruppe der Grundschule Laiz den ersten Platz erlangte. Auf den zweiten Platz kam die Hirschkäfer-Gruppe der Grundschule Rohrdorf und auf den dritten die „Rehe“ der Grundschule Bingen.
Durch den Wald in der Nähe des Parkplatzes vor der Burg Wildenstein drangen fröhliche Rufe und aufgeregtes Geschnatter. Auch regelrechte Schlachtrufe wie „Wir sind die Biber und haben Fußballfieber“ waren zu hören. Auf den Waldwegen hatten die Mitarbeiter der Unteren Forstbehörde des Landratsamtes zwei Parcours' mit jeweils 13 unterschiedlichen Stationen aufgebaut, an denen jeweils ein Förster aus dem Landkreis Sigmaringen reizvolle Aufgaben bereithielt. An jeder Station konnten die Drittklässler etwas zum Thema „Wald“ entdecken und Fragen stellen. Am Waldrand wartete der Holzrücker Hans Obert mit seinem Pferd Dora auf die Kinder. Dort zeigte er ihnen, wie Holzstämme per Pferd aus dem Wald transportiert werden. Um die Kraft des Pferdes zu erleben, durfte die ganze Gruppe in einer Art Seilziehen gegen Dora antreten.

Für das Waldmemory lüftete Lorenz Maichle eine Minute lang ein Tuch, unter dem neun Pflanzen lagen. Nun sollten die Kinder im Wald zu jedem Pflänzchen die Entsprechung suchen, was manchmal zu Diskussionen unter den Schülern führte. Elisa von der Ablachschule Mengen las stolz das vierzeilige Waldgedicht ihrer Gruppe vor. Phuong Thao von der Auentalschule mochte das Zusammenbasteln des Waldbildes am liebsten, das ihre Gruppe aus Blättern, Ästchen und Moos kreierte und ihm den Titel „Zukunftsbaum“ gab. „Sobald die Kinder das Material zusammengesammelt haben, kommen auch gleich die Ideen“, erzählte Uwe Schatz, der die Waldkunst-Station betreute.
„Es ist richtig toll hier“, sagte Lehrerin Melanie Kath begeistert. „Die Kinder machen das richtig gut und sind voll konzentriert.“ Viele der Kinder faszinierte das GPS-Gerät, mit dem sie zur Schatzsuche aufbrechen durften. Darüber hinaus gab es jede Menge Wissenswertes zu entdecken, Gegenstände zu erfühlen oder das Handwerkszeug der Waldarbeiter zu bestaunen.
„Die Nachfrage nach unserer Waldolympiade ist immer groß“, berichtet Forstwirtin Sandra Wittmann, die zusammen mit Stefan Vollmer für die Waldpädagogik verantwortlich ist. Jedes Jahr versuchen sie, andere Schulen zu berücksichtigen, nur die Wildensteinschule in Leibertingen ist immer mit dabei, zum einen wegen der geografischen Nähe, und zum andern auch, weil die Förster durch die Leibertinger Gemeindearbeiter viel Unterstützung bei diesem Projekt erfahren. „Uns macht die Olympiade auch jede Menge Spaß“, sagt Sandra Wittmann – vor allem, weil man den Kindern die Freude ansehe. Nächstes Jahr muss die Olympiade leider ausfallen, dafür sind die Förster regelmäßig bei der Gartenschau in Sigmaringen präsent.