Feldherrnhügel
Was verbindet diese beiden Bilder miteinander?
Arc de Triomphe Paris
Feldherrnhügel Rohrdorf

Im Jahr 1806 ließ Napoleon an der Oberseite der Champ Elysée den Triumphbogen errichten. Nach römischem Vorbild sollten hier seine siegreichen Soldaten unter dem Jubel der Bevölkerung durchmar- schieren. Auf der Innenseite des Bogens wurden in goldenen Buchstaben die siegreichen Schlachten des Kaisers eingemeiselt. Unter anderem finden wir hier auch die

"Schlacht um Mösskirch"

 

Der Feldherrenhügel und die Schlacht bei Meßkirch am 5. Mai 1800

Der Zweite Koalitionskrieg 1799-1801

In Frankreich war 1789 die Revolution ausgebrochen. Zwei Jahre später nahm die Revolutionsregierung in Paris den Kampf gegen die beiden Großmächte Österreich und Preußen auf, die sich zur Unterstützung der vom Sturz bedrohten Bourbonendynastie in die inneren Angelegenheiten Frankreichs einzumischen versuchten. Dieser sogenannte Erste Koalitionskrieg (1792-1797) endete völlig unerwartet mit einem Sieg der Revolutionstruppen, deren Kriegsziel darin bestanden hatte, die Grenzen Frankreichs bis an den Rhein auszudehnen. Österreich musste sich schließlich zu dem schmachvollen Friedensschluss von Campo Formio bereit finden.

Der Zweite Koalitionskrieg nun, in dessen Verlauf Meßkirch Berühmtheit erlangen sollte, war der Versuch einer militärischen Revanche. Eine Allianz aus Österreich, dem Deutschen Reich, Russland und England trat 1799 an, um die junge französische Republik erneut zum Kampf herauszufordern. Die Schauplätze dieses Krieges lagen in Süddeutschland, der Schweiz und Norditalien. Bereits im März 1799 gelang es dem brillanten österreichischen Heerführer Erzherzog Karl, die wiederum in Deutschland eingedrungene französische Armee in zwei Schlachten in unmittelbarer Nähe von Meßkirch, nämlich bei Ostrach und Stockach/Liptingen, zu schlagen und hinter den Rhein zurückzudrängen. Gegen Ende des Jahres riss der französische General Napoleon Bonaparte die Macht im Staate an sich und rüstete zu einem neuen Feldzug. Erzherzog Karl wurde, nachdem er Kaiser Franz zum Friedensschluss geraten hatte, als Oberbefehlshaber der österreichischen Truppen abgesetzt und durch den Generalfeldzeugmeister Baron von Kray ersetzt.

Der Feldzug des Jahres 1800 sollte mit einem vollständigen Sieg Frankreichs enden. Nach zwei Täuschungsmanövern bei Breisach und Offenburg überschritt die von Feldmarschall Moreau geführte französische Rheinarmee am 1. Mai bei Schaffhausen die Reichsgrenze und schlug die Österreicher schon zwei Tage später bei Nenzingen und Engen. Bereits am 5. Mai stellte sich Kray bei Meßkirch den feindlichen Truppen erneut zur Schlacht und erlitt wiederum eine Niederlage, die ihn zum Rückzug hinter die Donau zwang. Die Entscheidung fiel dann schließlich am 5. Dezember 1800 in der Schlacht bei Hohenlinden.

Im Friedensschluss von Lunéville im Februar 1801 wurde der Rhein endgültig zur Grenze zwischen Frankreich und Deutschland erklärt. Die deutschen Fürsten sollten für ihre linksrheinischen Gebietsverluste mit rechtsrheinischen Territorien entschädigt werden, was in der Folge nicht nur das politische Ende fast aller freien Reichsstädte und geistlichen Territorialstaaten bedeutete, sondern auch zur Säkularisation der deutschen Klöster führte.

Das Zeitalter Napoleons, das erst mit dessen Verbannung auf die Insel St. Helena im Jahre 1815 endete, brachte für Deutschland noch mehrere Kriege und die völlige Neugestaltung der politischen Landkarte mit sich, verhalf aber auch so mancher Errungenschaft der Französischen Revolution in unserem Land zum Durchbruch.

 


Der Verlauf der Schlacht

Der linke Flügel der österreichischen Armee, das Korps des Prinzen Josef von Lothringen-Vaudemont, hielt mit starken Kräften Meßkirch und die Steilböschung des Weiherbachtals bis Heudorf besetzt. In Heudorf standen die vom Grafen Nauendorf befehligten Truppen. Weitere österreichische Korps unter Giulay und Erzherzog Ferdinand befanden sich in Worndorf und Neuhausen ob Eck, ein bayerisches Hilfskorps unter Wrede stand in Buchheim. Generalfeldzeugmeister von Kray selbst erwartete mit starken Reserven den Anmarsch des Feindes hier auf den Höhen über Rohrdorf.

Die bei Krumbach lagernde französische Vorhut setzte sich in den frühen Morgenstunden des 5. Mai in Marschkolonne auf Meßkirch in Bewegung, ohne hier mit größerem Widerstand zu rechnen. Sofort beim Austritt aus dem Wald schlug den Franzosen aber heftiges Artilleriefeuer entgegen und brachte ihren Vormarsch zum Stocken. General Lecourbe erkannte schnell, dass Heudorf der Schlüssel zur gegnerischen Stellung sei, und ließ den Ort mehrmals bestürmen. Dreimal wechselte Heudorf innerhalb weniger Stunden den Besitzer, ehe sich die Franzosen nach blutigen Kämpfen endgültig in dem Dorf festsetzen konnten. Die rechte französische Flügeldivision unter Vandamme, die durch das Mahlspürer Tal über Kloster Wald auf Meßkirch marschiert war, hatte währenddessen nach hitzigem Gefecht Schnerkingen und die Meßkircher Vorstadt eingenommen. Die Truppen des Prinzen von Lothringen konnten dem plötzlichen Zangenangriff auf Dauer nicht standhalten und wichen auf Rohrdorf zurück. Die französische Vorhut war allerdings zu abgekämpft, um ihren Vorteil noch nutzen zu können; so begnügte sie sich mit der Besetzung der Stadt, ohne dem weichenden Gegner nachzudrängen.

Verlauf der Schlacht um Meßkirch nach einer Skizze auf dem Feldherrnhügel

Als er sah, dass die Schlacht nicht gemäß seinen Erwartungen verlaufen würde, verließ Kray (nach einer Nacht im Gasthaus "Schiff") den Rohrdorfer "Feldherrenhügel" und verlegte seinen Gefechtsstand nach Thalheim. Von dort aus ließ er seine Reserve die in Heudorf eingedrungene französische Division Lorges in der linken Flanke packen. Gleichzeitig wurden die in Worndorf, Neuhausen und Buchheim liegenden Verbände angewiesen, im Eilmarsch auf Krumbach zu stoßen, um die feindliche Vorhut von der rasch nachrückenden Hauptmacht abzuschneiden. Die Österreicher und Bayern waren noch kaum vor Altheim, Hölzle und Bietingen aufmarschiert, als endlich auch Feldmarschall Moreau in Krumbach eintraf und die drei Divisionen seiner Hauptmacht sogleich persönlich ins Feld dirigierte.

Das Hauptgewicht des Kampfes verlagerte sich nun in den späten Nachmittagsstunden auf das Gelände zwischen Bietingen und Heudorf. Die nach und nach auf dem Schlachtfeld eintreffenden Heeresteile wurden zu wechselseitigen Überflügelungsversuchen eingesetzt, ohne dass es einer der beiden Parteien gelungen wäre, entscheidende Erfolge zu erringen. Gegen Abend standen sich die beiden Armeen fast in ihrer Gesamtheit gegenüber. Erst als die letzte französische Division bei Boll auf dem Kampfplatz erschien, erschütterte ein gleichzeitiger Frontal- und Flankenangriff die österreichische Stellung, doch die hereinbrechende Dunkelheit setzte den Kämpfen ein Ende und bewahrte die Österreicher vor der drohenden Katastrophe. Im Schutze der Nacht setzte Kray mit seinen Truppen über die Donau.

Auf beiden Seiten waren jeweils rund 50 000 Mann in die Schlacht gegangen. Die Angaben über die Verluste weichen stark voneinander ab. Man schätzt, dass die Schlacht insgesamt 6000 bis 7000 Tote gefordert hat. Nicht ins Kampfgeschehen eingegriffen hatte das linke französische Flügelkorps, das bei Liptingen stand. Wäre General Saint Cyr von Schwandorf her den Österreichern in den Rücken gefallen, so wäre der Sieg der Franzosen vollkommen und die Schlacht bei Meßkirch kriegsentscheidend gewesen. Dennoch konnte Feldmarschall Moreau, der während des Schlachtgetümmels vier Pferde unter sich verloren haben soll, der Regierung in Paris einen "neuen und denkwürdigen Sieg" vermelden lassen. Die Schlacht bei Meßkirch findet sich daher verewigt auf den Ruhmestafeln des französischen Heeres im Arc de Triomphe in Paris.