Geschichte
 
Rohrdorf um 1575
 
   
 

Dieser Aufriss wurde infolge eines Grenzstreites zwischen den Grafen von Zollern und den Grafen von Zimmern angefertigt. Die schwarze Linie kennzeichnet die alte, die rote Linie die neue Ettergrenze des Dorfes.

 
  (Quelle: Generallandesarchiv Karlsruhe)  

 

Die geschichtliche Entwicklung Rohrdorfs

Die Besiedlungsgeschichte der Rohrdorfer Gemarkung reicht zurück bis zur Keltenzeit. Auch römische Spuren lassen sich hier nachweisen. - Nachdem die Römer von den Germanen besiegt worden waren, ließen sich etwa um 260 n. Christus die Alemannen hier nieder. Das Land wurde in Gaue und in Grafschaften aufgeteilt, eine solche Grafschaft war diejenige von Rohrdorf.Wappen des Grafen von Rohrdorf

Die ersten nachweislichen Urkunden über den Flecken und die Grafschaft Rohrdorf stammen aus dem 10. Jahrhundert. Der Ort wird in einer Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahre 930 erstmals erwähnt. Eine Urkunde aus dem Jahre 1092berichtet erstmals vom Rohrdorfer Ortsadel. Die Stammburg der Truchsessen und später der Grafen von Rohrdorf war die heutige Ruine Benzenberg (wird heute oft als "Benzenburg" bezeichnet). Zu ihrer Herrschaft gehörte das Dorf Rohrdorf, die Stadt Meßkirch und weitere Dörfer.

Der letzte des Geschlechts der Grafen von Rohrdorf war Mangold der III., welcher im September 1210 verstarb. Das Wappen der Grafen von Rohrdorf findet sich noch heute im Rheintorturm in Konstanz und im alten Schloss in Meersburg.Rheintorturm in Konstanz

Mit dem Aussterben der Grafen von Rohrdorf kam die hohe Gerichtsbarkeit über Rohrdorf an dieGrafen von Sigmaringen. Heinrich von Neuffen und die Truchsessen von Waldburg erwarben mit dem Kauf der Herrschaft Rohrdorf zunächst nur die grundherrlichen Rechte und die damit verbundene niedere Gerichtsbarkeit. Später kam Rohrdorf zur Herrschaft Meßkirch, die denen von Zimmern gehörte. Dieses Geschlecht regierte in Meßkirch von 1290 bis 1594. Danach ging die Grafschaft infolge von Erbe an die Helfensteiner über, die aber nur kurze Zeit regierten. 1622 ging der Besitz durch Heirat an die Fürstenberger über, die hier die Linie Fürstenberg Meßkirch begründeten.

Im Verlauf seiner geschichtlichen Entwicklung ist Rohrdorf von zahlreichen Kriegen heimgesucht worden. Im frühen Mittelalter waren es die ständigen Fehden der Ritter, die Rechtlosigkeit und die Abgaben, welche Not und Elend unter die Bevölkerung brachten. In späteren Zeiten trugen fremde Kriegsvölker, die raubend, plündernd und brandschatzend durchzogen, die Schrecknisse des Krieges in die arme Bevölkerung.
Im 30 jährigen Krieg war die Grafschaft Meßkirch der Tummelplatz spanischer, schwedischer und deutscher Hilfstruppen. Ihre Wege waren gekennzeichnet durch ausgestorbene, ausgeraubte und abgebrannte Dörfer.

Die größten Leiden wurden der Bevölkerung aber durch den Durchzug französischer Truppen in den Revolutionskriegen zugefügt. Seitdem die Franzosen im Jahre 1690 die militärische Aufmarschbasis an den Oberrhein verlegt hatten, und das Rheintal als Einfallstor für alle folgenden Kriege ausgewählt hatten, hörte der Waffenlärm in Oberbaden nie auf.

Im Jahre 1806 errichtete Napoleon das Großherzogtum Baden. Dem neuen Staat wurde mit dem souveränen Fürstentum Fürstenberg auch Rohrdorf eingegliedert. Nach den beiden Weltkriegen dieses Jahrhunderts, die erneut mit Leid und Not verbunden waren, konnte Rohrdorf besonders in den letzten fünf Jahrzehnten eine beachtliche Aufwärtsentwicklung nehmen.

Nach der Kreisreform der Stadt Meßkirch eingegliedert, hat Rohrdorf heute noch einen Ortsvorsteher und einen Ortschaftsrat, die die politischen Interessen des Ortsteiles vertreten.

 

 

Wappen im Rheintorturm

Wappen der Grafen von Rohrdorf am Rheintorturm in Konstanz mit der Inschrift:

"Graf eberhard von rordorf baute dieser brug"

 

Wappen in der Meersburg

Wappen der Grafen von Rohrdorf als Vögte der Stadt Meersburg in der Schloßkapelle des alten Schlosses.