Kirche

Wie die Ortschaft selbst, hat auch die Rohrdorfer Kirche eine sehr ereignisreiche und interessante Geschichte:

Zunächst bauten sich die Rohrdorfer auf einer kleinen Anhöhe mitten im Dorf ein kleines Kirchlein, das auf der westlichen Seite von einem Friedhof umgeben war.

Nachdem dieses für die wachsende Bevölkerung zu klein geworden war, wurde in den Jahren 1712-1715 an der selben Stelle eine größere Kirche gebaut. Das barocke Langhaus war zunächst 16 m lang und 9,20 m breit. Der Turm, ein sogenannter Wehrturm, ist 32 m hoch.

Die Kirche wurde am Nikolaustag 1723 von Bischof Sirgenstein von Konstanz den heiligen St.Petrus und Paulus geweiht, die auch in den Kirchenfenstern dargestellt sind. Zu dieser Zeit regierte Kaiser Karl VI das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Die Gemeinde Rohrdorf zählte ca. 400 Einwohner.

KanonenkugelnWährend der Schlacht bei Meßkirch-Rohrdorf zogen sich die verängstigten Bewohner in die Kirche zurück. Obwohl 3 Kanonenkugeln in die Kirche einschlugen, geschah ihnen kein Unheil. Die Kugeln sind zur Erinnerung an der Rückwand der Kirche aufgehängt.

Am 13. Juli 1889 schlug der Blitz in die Kuppel des Turmes, riß ein Stück ab und nahm seinen Weg bis hinunter zum Altar ohne weiteren Schaden anzurichten. Im Mai 1891 schlug der Blitz ein weiteres Mal in den Turm. Danach wurde ein Blitzableiter am Turm und an der Kirche angebracht, der heute noch existiert.In der Nacht vom 25. auf 26. Dezember 1891 drohte die Kirche abzubrennen. Die Ministranten hatten die Kohlen aus dem Rauchfaß in einen hölzernen Behälter geleert, der sich in der Nacht entzündete. Morgens um 4 Uhr entdeckte die Nachbarschaft das Feuer und alarmierte die Bevölkerung. Es gelang, das Feuer in letzter Minute zu löschen, der Schaden war aber sehr hoch. Unter anderem soll dadurch eine wertvolle Deckenmalerei vernichtet worden sein.

Im Jahr 1906 wurde der Chor der Kirche ausgemalt. Diese Malereien wurden infolge des Erdbebens im Jahr 1911 durch starke Risse zerstört und danach wieder weiß überstrichen.

Nachdem der Ort bis 1934 auf 750 Einwohner gewachsen war, wurde die Kirche zu klein. Deshalb verlängerte man in den Jahren 1935/36 das Langhaus um 10 m und verbreiterte sie rechts und links um 1,30 m. Es wurde ein wuchtiger Säuleneingang mit einer großzügigen Steintreppe angebaut. Der Neubau wurde unterkellert und zu einem Luftschutzraum ausgebaut. Von diesem Raum aus sollte die Kirche mit Kohleöfen geheizt werden. Dies erwies sich aber als sehr ungenügend, da dadurch nur der hintere Teil der Kirche genügende erwärmt wurde. Deshalb wurde 1950 eine elektrische Heizung unter den Bänken angebracht.

(Die Angaben entstammen dem Buch "Unsere Heimat Rohrdorf" von Herrn Ernst Löhle, das im Jahr 1962 erschien und leider nicht mehr aufgelegt wird.)

Der Hochaltar der Kirch dürfte aus dem Jahr 1725 stammen. Die Malerei (Kreuzigung Christi) stammt von dem Sigmaringer Fidelis Wetz (1741-1820) einem typischen Vertreter der klassizistischen Malerei.

Zwischen den mächtigen Säulen stehen die beiden lebensgroßen Statuen der beiden hll. Bischöfe Ulrich von Augsburg und Konrad von Konstanz.